seile – insbesondere handwerklich und aus naturfasern hergestellte – haben ihr eigenes leben, in dem sie sich entwickeln und stetig verändern. so ist auch bei unseren seilen die lebensdauer stark abhängig von gebrauch und pflege. bei professionellen riggern, die sehr häufig und mit hoher beanspruchung fesseln, kann der lebenszyklus eines seils auch unter ein jahr sinken.

wenn sie ganz neu sind, sind unsere seile trotz der vorbehandlung in handarbeit, noch etwas härter und rauer. mit der regelmäßige verwendung beim fesseln ändert sich das. bewegung und knoten sowie die durch sie entstehende reibung ‘beleben’ das seil: die fasern werden flexibler, die garne verdichten und ordnen sich. bald ist es wie gewünscht weich und geschmeidig.

ein nebeneffekt dieser ‘belebung’ ist, dass sich anfangs auch überflüssiges fasermaterial löst, sodass fussel entstehen. dann kann man die seile abflämmen, sodass sie wieder eine glatte oberfläche haben. mit einer gasflamme – keine kerze verwenden, weil das zu sehr rußt! – über der man das seil stück für stück vorbeizieht, brennt man die fussel weg – vorsichtig ist geboten, damit nur die fussel, nicht die garne brennen. danach unbedingt mit einem tuch den ruß wegnehmen.

die seile sollten dann abschließend mit ein wenig öl oder einem geeigneten wachs behandelt werden – gut sind kamelien- oder jojobaöl, weil sie nicht schnell ranzig werden, aber es geht auch jedes andere hautverträgliche öl. am besten ein wenig davon in ein tuch geben, das seil in das tuch legen und beides in der geschlossenen hand halten, dann das seil hindurchziehen. nicht zu viel öl benutzen, damit das seil nicht getränkt, sondern nur oberflächlich benetzt wird.

die behandlung mit öl oder wachs hilft einerseits, der weiteren fusselbildung vorzubeugen, andererseits fördert es die geschmeidigkeit und flexibilität des seils. aromatisiertes öl duftet natürlich auch gut. der flämm- und ölvorgang wird ab und zu nötig sein, im laufe des lebenszyklus des seils aber immer seltener.

zur pflege der seile gehört auch, dass man sie regelmäßig – am besten nach jeder verwendung – durch eine geschlossene hand zieht, um überflüssige verdrehungen los zu werden. gut ist es auch, sie gelegentlich aushängen zu lassen und über die gesamte länge zu spannen und ein wenig zu dehnen. während  es praktisch ist seile zum transport oder auch für die handhabung beim fesseln zu bündeln, ist es besser, sie nicht in diesem zustand zu lagern. lieber locker gelöst und ohne besondere ordnung oder – noch besser – hängend.

die seile können auch gewaschen werden. wir empfehlen, sie mit nur wenig und sanftem reinigungsmittel – ggf. auch naturseife – im warmen wasserbad zu spülen und auch das nur so oft wie nötig zu tun. manche leute legen ihre seile auch in die geschirrspülmaschine oder – dann bitte in einem beutel! – in die waschmaschine. insbesondere letzteres bedeutet aber eine sehr starke beanspruchung, welche die seile nicht unbedingt gut vertragen. am ende sollte das reinigungsmittel gut ausgespült werden.

schließlich müssen die seile trocknen, wofür man abhängig von der raumtemperatur ca. 36 stunden einplanen sollte. wichtig: die seile müssen unter ständiger spannung getrocknet werden! nässe lässt die fasern und garne aufquellen, das seil wird wesentlich dicker und kürzer. beim trocknen ordnen sich fasern und garne nur unter spannung zum seil in der ursprünglichen dicke und länge, lässt man es ungespannt trocknen, ist es nicht mehr zu gebrauchen. es genügt nicht, das seil einmal zu spannen und so trocknen zu lassen, denn es wird länger und länger und die spannung lässt nach. von zeit zu zeit muss nachgespannt werden. umgehen lässt sich das, wenn man die gespannten seile mit einem gewicht beschwert, das langsam nach unten sinkt, aber die spannung aufrechterhält.